
Leitbild: „nachhaltige Entwicklung“
Definition:
Nachhaltige Entwicklung heißt Umwelt-Gesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Eine nachhaltige Entwicklung soll die Bedürfnisse heutiger Generationen befriedigen ohne die Lebensgrundlagen kommender Generationen zu gefährden.
Zwei Leitfragen:
Was müssen wir dazu lernen?
Wie müssen wir lernen?
Es genügt nicht mehr eindimensional, linear und in einfachen Ursachen-Wirkungsketten zu denken, sondern wir müssen in vernetzten Strukturen denken lernen; denn nur so sind wir in der Lage die heutigen Wirtschafts- und Umwelt-Probleme, die ein komplexes Wirkungsgeflecht über verschiedene Sphären bilden, zu lösen.
Agrarwirtschaft und Umwelt:
Landwirtschaft und Umwelt beeinflussen sich wechselseitig in vielfältiger Weise. Auf allen politischen und wirtschaftlichen Ebenen sind die Landwirtschafts- und Umweltinteressen heute bereits zusammen vertreten. Es besteht daher ein vermehrter Bedarf an Fachkräften, die über eine wissenschaftlich und praktisch fundierte Ausbildung verfügen, welche sie in die Lage versetzt, die Belange der Landwirtschaft ebenso wie die Bedürfnisse der Umwelt beurteilen und bewerten zu können. Eine besondere Rolle spielt dabei die Interdisziplinarität der Wissensdomänen Umweltwissenschaften und Agrarwissenschaften. Interdisziplinäre Lernumgebungen bringen nicht nur Wissensinhalte und Problemstellungen aus verschiedenen Disziplinen zusammen, sondern versammeln auch Lerner und Lehrende aus unterschiedlichen Bereichen mit heterogenen Vorwissensbeständen. Das wichtigste Ziel einer interdisziplinären Lernumgebung muss daher die Vermittlung der Fähigkeit sein, erlerntes Wissen flexibel in verschiedene Kontexte zu transferieren, die Mehrdimensionalität und Nichtlinearität komplexer Systeme zu erkennen und die daraus resultierenden Problemstellungen nachhaltigen und damit erfolgreichen Lösungen zuführen zu können.
Methodik:
Um die oben aufgeführten Ziele realisieren zu können, bedarf es eigener Unterrichtsmethoden. Basierend auf den neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung kommen folgende Methoden zum Einsatz:
- Fallbasiertes Schließen (Case-Based Reasoning)
Es kann nachgewiesen werden, dass ein kognitiv flexibler Lerntransfer nur dann stattfinden kann, wenn eine entsprechende Verstehenstiefe beim Lerner gegeben ist. Dieser Vorgang braucht Zeit und eine wiederholte Anwendung in unterschiedlichen Kontexten unter Einbeziehung vielfältiger Perspektiven. Lerner, die dann ein intensives Verstehen konkreter Einzelprobleme und daraus extrapolierte Strategien zur Problemlösung kombinieren, sind in der Lage, eine größere Menge ähnlicher Probleme durch analogen Transfer zu lösen. - „LdL“ Lernen durch LehrenDiese Methode erlaubt die Weitergabe von neuem Wissen an Mitschüler mit regelmäßigem Wechsel der Rolle von Lehrer und Schüler. Die Präsentation des neuen Stoffes vermittelt den Schülern Schlüsselqualifikationen wie das Aufarbeiten und das Strukturieren neuen Stoffes. Somit wird die Fähigkeit geübt, in komplexen Zusammenhängen zu denken.
- Plan-und SimulationsspieleDie Schüler lösen im Unterricht ein komplexes Problem oder einen Konflikt, indem sie den „Ernstfall“ mit einer Art Probehandel simulieren.
Fachliche Inhalte des Berufskolleg
- Agrartechnologie
- Allgemeine Ökologie
- Naturschutz und Landschaftspflege
- Vernetztes Denken in Theorie und Praxis (Simulationen)
- Betriebliches Umweltmanagement (Umweltaudit)
Abschlüsse:
Allgemeine Fachhochschulreife mit der Möglichkeit, jeden Beruf im Umweltbereich zu ergreifen und mit der Möglichkeit, jedes Fach an einer Fachhochschule (University for applied sciences) zu studieren.

